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Jetzt reicht´s - unsere Kinder brauchen eine neue Schule!

Vielleicht geht es Dir gerade auch so: ich fühle mich wie ein Tiger im Käfig, der auf und ab spaziert und dem man die innere Unruhe regelrecht anspürt. Es reicht! So lange haben wir versucht, allem gerecht zu werden. Der Schule, der Arbeit, den Erwartungen im Außen ... es geht nicht mehr. Meine Tochter haut mit der Faust einmal kräftig auf den Tisch und klappt den Laptop mit Schwung zu: ich habe keine Lust mehr, spürt man aus allen Poren ihres Körpers.


Der Druck ist zu hoch...

Seit nun fast einem Jahr versuchen wir alles, um es irgendwie hin zu bekommen. Haben gute Laune-Pakete gegen den Stress, gestalten uns schöne Momente und raffen uns immer wieder auf. Selbst, wenn die Lust zu wünschen übrig lässt, setzen wir uns an den Computer und verbringen ewige Stunden in Videokonferenzen, Telkos, und an Arbeitsblättern, die es auszufüllen gilt. "Das ist echt voll SCHEIßE!" (O-Ton meiner Tochter)


... und muss irgendwo hin

Es kann ja wohl nicht sein, dass wir uns in der Familie streiten oder hier dicke Luft herrscht, nur weil es so viel zu tun gibt und alle so unter Druck stehen, dass sie ihre Wut einfach an jemandem auslassen müssen. Unsere Liebe und Verbundenheit in der Familie darf nichts und niemand gefährden! Auch - und vor allem nicht - ein Schulsystem, das nur auf Leistung ausgerichtet ist und selbst in dieser nun schon so lang anhaltenden, wirklich belastenden Zeit immer nur noch mehr von den Kindern und ihren Eltern verlangt.

Was ist aus Werten wie Menschlichkeit, Mitgefühl und gegenseitigem Verständnis geworden? Wo ist der liebevolle Blick auf die Kinder (und die Eltern ;-)), die schon so lange durchhalten und wirklich ihr Bestes geben. Was ist mit den Eltern passiert, die früher noch Wert darauf legten, dass die Kinder nicht zu lange vorm TV oder dem ipad sassen? Pädagogen, die sagten, dass zu viel Input über technische Geräte die Kreativität der Kinder mindere?


Homeschooling wie der Arbeitsalltag eines Erwachsenen

Meine Tochter sitzt am Tag bis zu SECHS Schulstunden, fast durchgehend, in Videokonferenzen. Danach geht´s nach einem kurzen Mittagessen an die Hausaufgaben. Es ist nicht selten, dass sie acht Stunden am Tag arbeitet, die Hälfte davon online. Man sieht es ihr an: sie ist blass und erschöpft. Ihr fehlt die Freude an den Dingen, für kreative Gestaltung (früher hat sie gerne gemalt oder gebastelt) hat sie keine Kraft mehr. Klar, sie arbeitet ja auch so viel wie ein Erwachsener! Und ich bin als begleitende Mama ohne Mann an meiner Seite seit einem Jahr nicht einen Tag mal in Ruhe einfach nur so für mich gewesen, um aufzutanken. Kein Wunder, dass uns allen die Kräfte ausgehen.


Es braucht einen neuen Ansatz!

Wir sind stressige Lebenssituationen gewohnt und sehr resilient. Haben tolle Strategien, wie wir immer wieder Kraft schöpfen und Dinge, die uns Freude machen, in den Alltag einbauen. Darum haben wir lange und gut durchgehalten, die Kinder haben alles vollständig eingereicht, die Noten sind super. Dennoch haben auch wir letzte Woche den sogenannten "Tipping-Point" erreicht: der Punkt, an dem es gekippt ist. An dem wir gemerkt haben, dass unsere Strategien nicht mehr ausreichen. Das liegt natürlich auch daran, dass wir viele Dinge aufgrund der Pandemie (und des ekligen Wetters) nicht mehr tun können, die uns vorher viel Kraft gegeben haben und bei denen wir auftanken konnten: seit Ewigkeiten keine Bergwanderung mehr, kein Besuch in der Therme, kein Essen gehen, nicht mal mehr irgendwo Kaffee trinken. Und: uns fehlen die Menschen! Wir sind soziale Wesen und brauchen Berührung mit anderen!


Miteinander neue Schule gestalten

Meines Erachtens kann es gerade nicht mehr darum gehen, wie wir noch schneller, besser, leichter lernen. Denn dies hat ja nur den Fokus, eben doch immer allen Anforderungen zu entsprechen. Für mich geht es vielmehr darum: welche Fähigkeiten brauchen unsere Kinder (und wir), um solche Herausforderungen zu überstehen? Was müssen unsere Kinder können, um die Welt von morgen zu gestalten (die ganz sicher sehr anders aussehen wird als die heutige)? Wie können wir unsere Kinder stärken und einen Raum schaffen, in dem sie ihre Potentiale wirklich leben können (statt immer nur auswendig zu lernen)? Wie bringen wir ihnen bei, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und kreativ (=schöpferisch) zu gestalten? Nicht auf den Retter von außen zu warten, sondern selbst ihre Zukunft in die Hand zu nehmen? Wie können sie spielerisch lernen, ihrer Neugierde folgen und die Dinge erforschen, die sie interessieren? Und, last but sicher not least: wie können wir sie dabei unterstützen, ihrer Freude zu folgen? Das zu tun, was sie begeistert. Mutig zu sein, alte Wege zu verlassen und neue zu beschreiten. Pioniere zu sein. Aus der Liebe heraus zu handeln und nicht aus der Angst.


Machst Du mit?

Wir sind in einem kleinen Kreis gerade dabei, Lösungen für all diese Fragen zu finden. Kreative Angebote für Kinder zu gestalten und eine Form zu finden, in der diese mit Freude, Leichtigkeit und Spaß ihre Potentiale entdecken und entfalten können. Wir verbinden künstlerische Projekte wie Musicals, Malen, das Gestalten einer Zeitung oder einer Radio-Show, etc mit dem Erlernen und Vermitteln von Methoden, Strukturen und Inhalten.

Wir möchten unsere Kinder motivieren, ihnen das Handwerkszeug dazu geben und sie dabei begleiten, genau die Veränderung in die Welt zu bringen, die diese gerade braucht. Handfeste Lösungen zu entwickeln für die Welt von morgen und diese auch konkret in einer Gemeinschaft umzusetzen, in der jede(r) mit seinen / ihren Fähigkeiten einen wertvollen Beitrag leistet



Die Welt braucht nicht noch mehr erfolgreiche Leute. Die Welt braucht mehr Friedensstifter, Heiler, Wiederhersteller, Geschichtenerzähler und Liebende aller Art - Dalai Lama

Dies können unsere Kinder sein, wenn wir sie dabei unterstützen!

Wenn auch Du für dieses Thema brennst und hier etwas bewegen willst, melde Dich gerne bei mir!


Alles Liebe,

Deine Cornelia

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