Gestern habe ich einen Freund getroffen, der mir eine spannende Geschichte von einem berühtem Sänger erzählte. Dieser war alleine an einem einsamen Strand schwimmen gegangen, damit er endlich einmal seine Ruhe hatte. Womit er nicht gerechnet hatte, waren die Strömungen, die ihn nach dem ersten Badevergnügen immer weiter ins Meer hinein zogen. Obwohl er nicht an Gott glaubte, bat er diesen in seiner verzweifelten Lage um Hilfe. Und, so unwahrscheinlich es auch schien: nach einiger Zeit kam tatsächich ein Boot vorbeigesegelt und rettete den völlig erschöpften Sänger.

Hierzu fiel mir ein, dass es mir auch schon einmal ähnlich gegangen war. Ich war in Mexiko, auf einer recht einsamen Halbinsel hinter Acapulco. Die Abgeschiedenheit war wunderbar, und es fühlte sich dort ein wenig so an, als lebte ich im Paradies. Jeden Morgen frische Guacamole aus dem Garten auf der Dachterasse, blühende Natur, das Meer, und rund herum nur Mexikaner, die schon immer dort gelebt hatten.

Eines Tages beschloss ich, an einem der sehr langgezogenen und dennoch einsamen Strände schwimmen zu gehen. Ich genoß das wunderbare Wasser, schwamm in großer Freude hinaus aufs Meer – und kam nicht mehr zurück. So sehr ich mich auch anstrengte, die Strömung war stärker als ich. Ich holte mit voller Kraft aus, um einen Schwimmzug nach dem anderen zu machen. Doch obwohl ich eine gute Schwimmerin bin, kam ich keinen Zentimeter voran. Im Gegenteil, es zog mich immer weiter hinaus aufs Meer. Langsam bekam ich Panik und wusste nicht mehr, was ich noch tun sollte. Es fühlte sich furchtbar an, so ausgeliefert zu sein.

Plötzlich erschien am Strand ein Mann. Ich war schon recht weit draußen und konnte ihn nicht gut erkennen. Was ich jedoch sehen konnte, war seine Geste: er hob den linken Arm und senkte ihn dann wieder herunter. Dies tat er mehrfach. Ich war verzweifelt: wieso sah er nicht, dass ich in Not war, und winkte mir einfach nur zu? Doch dann verstand ich plötzlich ganz klar: er wies mich an, zur Seite zu schwimmen. Dies tat ich mit letzter Kraft, und siehe da: ich kam voran! Nach einigen sehr anstrengenden Metern stellte ich fest, dass es mich nicht mehr hinauszog aufs Meer. Nur langsam sickerte zu mir durch: ich war frei!! Denn ich war seitlich aus der Strömung hinausgeschwommen! Ich konnte wieder zurück! Wenn ich nicht so erschöpft gewesen wäre, hätte ich vor Erleichterung geweint.

Ich nutzte meine allerletzten Kräfte, um zurückzuschwimmen. So weit war mir bisher noch kein Weg erschienen. Gefühlt brauchte ich eine Ewigkeit, bis ich wieder an Land war.

Als ich ankam, war der Strand leer. Kein Mensch weit und breit. Obwohl ich wirklich weit gucken konnte, sah ich in keiner der beiden Richtungen den Mann, der mir geholfen hatte. Dabei wollte ich mich doch so gerne bedanken.

Ich weiß bis heute nicht, wer dort wirklich gestanden und mich geführt hat. Ob dort wirklich jemand war oder ob ich etwas gesehen habe, das für unseren Geist nicht erklärbar ist.

Was ich jedoch dadurch sicher weiß (daran durfte ich mich nur erst wieder erinnern!): ich bin geführt. Immer. Ich bin nie allein. Wenn ich Hilfe brauche, ist sie da.

Ich darf nur die Augen aufmachen und sehen.

Vielleicht hast Du ähnliches erlebt? Ich bin sehr gespannt, von Dir zu lesen!

I love you!

Deine Cornelia

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